Saarland Hurricanes verlieren Overtime-Krimi gegen Schwäbisch Hall knapp mit 39:41
Die Zuschauer im Hermann-Neuberger-Stadion bekamen am Samstag ein Football-Spektakel geboten, das an Dramatik kaum zu übertreffen war. Nach einer starken ersten Halbzeit und einer kämpferischen Verlängerung mussten sich die Saarland Hurricanes den Schwäbisch Hall Unicorns am Ende hauchdünn mit 39:41 geschlagen geben.
Hurricanes starten furios
Von Beginn an legten die Canes los wie die Feuerwehr. Quarterback Walter Kuhlenkamp führte die Offense konzentriert über das Feld, Spencer Corona und Benjamin Thompson sorgten für die entscheidenden Yards. Thompson belohnte den Drive schließlich mit einem 13-Yard-Lauf zum ersten Touchdown der Partie (8:0).
Hall fand zunächst nur schwer ins Spiel, konnte zwar durch einen langen Pass verkürzen, doch die Hurricanes blieben klar am Drücker. Kuhlenkamp fand sowohl Evan Liggett als auch Marian Menden für sehenswerte Touchdowns – die Heimmannschaft führte Mitte des zweiten Viertels bereits komfortabel mit 23:6. Zwar kamen die Gäste kurz vor der Pause noch einmal auf 23:12 heran, doch die Stimmung im Stadion war weiterhin eindeutig auf Seiten der Hurricanes.
Hall dreht das Momentum
Direkt nach der Halbzeit kippte das Spiel. Ein Kickoff-Return über das gesamte Feld brachte Hall zurück ins Spiel, und ein erzwungenes Fumble sorgte wenig später sogar für den Ausgleich. Die Unicorns nutzten in dieser Phase jeden Fehler gnadenlos aus, während die Hurricanes – ähnlich wie schon im Hinspiel im Juni – gegen Ende ins Straucheln gerieten.
Ein langgezogener Drive im Schlussviertel brachte die Canes immerhin zurück auf die Anzeigetafel: Kicker Janis Kaiser verwandelte souverän aus 26 Yards zum 26:26. Damit war der Weg frei für eine packende Schlussphase und letztlich für die erste Overtime der Hurricanes in dieser Saison.
Verlängerung mit offenem Visier
In der Extra-Phase zeigten beide Teams Herz und Nervenstärke. Kuhlenkamp lief zunächst selbst zum Touchdown und brachte die Canes in Führung, ehe Halls Quarterback im direkten Gegenzug antwortete. In der zweiten Verlängerung ging es genauso weiter: Die Unicorns legten vor, die Canes zogen nach – 39:39.
Am Ende entschied eine einzige Szene: Ein missglückter Snap verhinderte die Two-Point-Conversion der Hurricanes, Hall nutzte im Gegenzug seine Chance und setzte den entscheidenden Lauf zum 39:41.
Blick nach vorn
Am Ende überwog bei den Hurricanes die Enttäuschung: Wie schon im Hinspiel reichte eine starke erste Hälfte nicht aus, um Schwäbisch Hall zu bezwingen. Ein bitteres Muster wiederholte sich. Dennoch richten die Canes den Blick nach vorn. Am kommenden Samstag steht das letzte Auswärtsspiel der Saison bei den Pforzheim Wilddogs an. Aktuell belegen die Saarländer Rang 5, die Chancen auf die Playoffs sind nur noch gering – Pforzheim rangiert auf Platz 3. Bereits Mitte Mai trafen beide Teams in der Hinrunde aufeinander, damals setzten sich die Wilddogs mit 24:15 durch. Für die Hurricanes die perfekte Gelegenheit, noch einmal alles in die Waagschale zu werfen – und eine offene Rechnung zu begleichen.